Grandioses 100. Lechgau-Trachtenfest in Hohenfurch
Was für ein Fest! Und das bei durchgehend weiß-blauem Himmel! Das 100. Lechgau-Trachtenfest ging bei allerbestem Wetter mit tausenden Gästen über die Bühne. Dieses Glück haben sich die Ausrichter vom Trachtenverein „Schwalbenstoaner“ Hohenfurch auch redlich verdient.
Hohenfurch Fünf Tage lang wurde in der kleinen Schönach-Gemeinde die bayerische Tradition gefeiert. Den Höhepunkt markierte dabei der Festsonntag, der mit einem feierlichen Gottesdienst, zelebriert von Pfarrer Johannes Huber, und musikalisch wunderbar umrahmt vom „Schönach Dreigsang“, der Blaskapelle Hohenfurch und den Turmbläsern, im Talhof begann. Mit dem kirchlichen und persönlichen Segen des Pfarrers, und einem wohlgesonnenen Petrus konnte beim großen Festzug durch den Ort ja gar nicht mehr schiefgehen. Tat es auch nicht. Im Gegenteil.
Auf der 2,5 Kilometer langen Strecke reihten sich tausende begeisterte Zuschauer „Bewaffnet“ mit Klappstühlen, Sonnenschirmen und kühlen Getränken saßen und standen sie in den Einfahrten, entlang der Schönach, auf Balkonen und direkt an der Straße, um den rund 3500 Teilnehmern des Festzugs zuzujubeln. Darunter alle Trachtenvereine des Lechgaus, 17 aus dem Oberen Lechgau, sechs Hohenfurcher Ortsvereine, zwei aus benachbarten Gauverbänden und sogar eine Trachtengruppe aus dem schweizerischen Luthern und der Schuhplattlerverein Vill-Igls aus Innsbruck (siehe Artikel unten) waren mir dabei.
Ein wunderschönes, buntes Bild aus allem, was Tradition zu bieten hat. Dieses wurde noch ergänzt durch die schneidig aufspielenden acht Trommlerzüge und 22 Musikkapellen, und nicht zuletzt durch die sage und schreibe 17 Festwägen, die kunstvoll hergerichtet und liebevoll dekoriert von Pferdegespannen durch die Straßen gezogen wurden.
„Das ist ein Bild für Götter“, zeigte sich eine Festzugbesucherin begeistert, „vor allem auch, weil so viele Kinder und Jugendliche dabei sind. Da geht einem das Herz auf.“ Rund 900 waren es. Und auch sie genossen die große Aufmerksamkeit, die ihnen zuteil wurde. Das Gaufest ist einfach der Höhepunkt im Vereinsjahr eines jeden Trachtlers. Egal ob jung oder im etwas fortgeschrittenen Alter.
„Ich bekomme das Lächeln gar nicht mehr aus meinem Gesicht heraus“, bilanzierte der „Schwalbenstoaner“-Vorstand Jürgen Gistl überglücklich. „Besser hätte das alles nicht laufen können. Ich bin so froh und dankbar, dass der Verein und eigentlich das ganze Dorf so mitgezogen hat, weil einer alleine kann das nicht auf die Beine stellen.“
Er und seine fleißigen Mitstreiter hatten sich die kühle Mass Bier nach den Ehrentänzen beim Festausklang mehr als verdient. Und ab heute wird niemand mehr über das ausgefallene Gaufest 2020 reden, sondern über das grandiose 100. Lechgau-Trachtenfest bei den „Schwalbenstoanern“ Hohenfurch. Oder, wie Pfarrer Johannes Huber nach der Kommunion sagte: „Verbeugung. Danke. Fertig.“