Lechgau Trachtenverband

Chöretreffen in Schongau

„Gsang und Klang am Lech“ begeistert Zuhörer

Knapp 170 Gäste erlebten einen unvergesslichen Konzertabend

Schongau Es gibt bestimmt Menschen, die, wenn sie „bayerisches Liedgut“ hören, an alte, verstaubte Schallplatten in Omas Regal denken. Wie weit diese Einschätzung gefehlt ist, bewies das grandiose Konzert „Gsang und Klang am Lech“ im Jakob-Pfeiffer-Haus.

Die Mischung macht´s: Drei Männerchöre, ein Mädels-Dreigsang und die Stadtkapelle sorgten für einen wahrlich kurzweiligen und abwechslungsreichen Konzertabend. Mal einzeln, mal gemeinsam. Mal mit bekannten Liedern, mal mit unbekannten, zumindest vom Titel her. „Wir befinden uns musikalisch im Lechgau, aber wir schauen auch über den Tellerrand hinaus“, versprachen die beiden Moderatoren Regina Eiler und Alexander Hild, die informativ, charmant und mit lustigen Anekdoten durch den Abend führten. Und das hielten sie.

Im ersten Teil des Konzerts bewiesen die Männerchöre der „Schloßbergler“ Schongau, der „Alpenrose“ Peiting und der „Schnalzbergler“ Böbing ihr individuelles Können mit wunderschönen alten bayerischen Liedern wie „Ja griaß eich Gott“, dem „Goaslstoa-Lied“ mit Harfenbegleitung von Irmi Barnsteiner, oder „Tirolers Heimkehr“. Auch der „Schönach Dreigsang“ blieb erst einmal „dahoam“ mit „Im Woid, wann de Lerch singt“, kongenial begleitet von Stefan Linder an Ziach und Akkordeon und Monika Lukats an der Gitarre. Alles richtig schön ruhig und zum Dahinschmelzen. Für Pep dazwischen sorgte die Stadtkapelle Schongau zusammen mit Stefan Linder mit einem „Pixner Medley“ und „James Last im Allgäu“. Schon vor der Pause gab es von den knapp 170 Gästen im Jakob-Pfeiffer-Haus nach jedem Stück begeisterten Applaus und sogar zwischendrin „Zugabe“-Rufe.

Das Ganz wurde im zweiten Teil des Konzerts noch einmal gesteigert. Die Männerchöre hatten es sich zur Aufgabe gemacht, jeweils ein Stück zusammen mit der Stadtkapelle einzustudieren. Hier war Marcus Graf gefragt, der den „Tölzer Schützenmarsch“ (Schongau), „A Rindviech“ (Böbing) und „A größers Kreuz dua i ned kenna“ (Peiting) so genial arrangiert hatte, dass spätestens jetzt jedem klar war, dass bayerisches Liedgut alles ist, aber nicht verstaubt. Und der „Schönach Dreigsang“? Der brachte mit seinem selbst arrangierten „60er Medley“ richtig Schwung in die Bude. Denn auch im Lechgau schaut man über den Tellerrand hinaus. Ein großes Lob gebührte dabei auch Veranstaltungstechniker Tobias Kammerer, der es geschafft hatte, dass auf jedem Platz im Saal beste Akustik ankam. Keine Stimme, weder aus einem Instrument oder einer Kehle, war zu laut oder zu leise.

Bei so viel fabelhafter Musik und wunderschönen Gesangsstimmen bekam jeder Gast Lust, selbst zu singen. Und das durften sie auch. Beim „Berglieder-Potpourri“, das zum 100. Jubiläum des „Schloßbergler“ Männerchors von Walter Wölfle und Marcus Graf arrangiert worden war. Lauthals und begeistert sangen die Besucher zusammen mit allen am Konzert Beteiligten mit. Den feierlichen Abschluss bildete die ebenfalls gemeinsam gesungene Bayernhymne. Wie es sich gehört: Im Stehen. Ein würdiges Ende für einen denkwürdigen Abend.

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