Lechgau heuer mit einem besonderen Jubiläum
Hohenpeißenberg/Lechgau Ein Jahr voller Höhepunkte liegt vor den Trachtlern des Lechgaus – und ein ganz besonderes Jubiläum. Dies und noch viel mehr erfuhren die 115 Delegierten bei diesjährigen Frühjahrsversammlung des Lechgau Trachtenverbands im Haus der Vereine in Hohenpeißenberg.
Das erste Highlight findet bereits im Mai statt: Nach fast 20 Jahren findet wieder ein Landesjugendtrachtenfest statt. Heuer in Pfaffenhofen an der Ilm. Tausende Kinder und Jugendliche werden hierzu erwartet, und aus dem Lechgau haben sich knapp 400 Teilnehmer angemeldet. „Das ist wirklich stark, dafür, dass wir eigentlich ein kleiner Gau sind“, freute sich Gau-Vorstand Franz Multerer über die Motivation des Trachtler-Nachwuchses. In wesentlich größeren Gauverbänden sei die Teilnehmerzahl eher überschaubar.
Dass der Lechgau derzeit bestens aufgestellt ist, konnte Multerer mit einer zweiten Zahl belegen: 3814 Mitgliedern zählt der Verband. Das sei der höchste Stand seit der Gründung. Und dabei sind die Kinder und Jugendlichen noch gar nicht mitgezählt, denn sie werden bei den meisten Vereinen erst beim Eintritt ins Erwachsenenalter erfasst.
Das lässt ein wunderbares Bild für den zweiten Höhepunkt des Jahres erahnen: Das 100. Lechgau-Trachtenfest im Juli in Hohenfurch. Das tolle Programm, das die „Schwalbenstoaner“ erarbeitet haben, stellte deren Vorstand Jürgen Gistl ebenfalls bei der Frühjahrsversammlung vor. Los geht´s mit dem Rahmenprogramm bereits am Mittwoch, 8. Juli. Da erfolgt der Bieranstich, bevor die „Kapelle Josef Menzl“ das große Bierzelt zum Beben bringen wird. Am Tag danach findet ein Tag der Vereine und Betriebe mit musikalischer Umrahmung durch die „Pfaffenwinkler“ statt. Am Freitag gibt es einen Sternmarsch mit Massenchor vor dem Festzelt. Den anschließenden Stimmungsabend bestreiten die „Alpengruß Musikanten“. Das „eigentliche“ Gaufest beginnt am Samstag, 11. Juli, mit einem „Lechgau-Abend“. „Wir haben das nicht mehr Heimatabend genannt, um die Veranstaltung ein bisschen offener, lockerer und gemütlicher zu gestalten“, erklärte Gistl. Das heißt, an diesem Abend treten natürlich trotzdem alle Plattlergruppen der Lechgauvereine auf, aber in Blöcken. Dazwischen gibt es Tanzrunden für alle mit der „Stegreif Musi“.
Der Festsonntag beginnt mit einem Kirchenzug um 8.45 Uhr zum Talhof, wo der traditionelle Festgottesdienst stattfindet. Um 13.30 Uhr gibt es dann den großen Festzug durch die Gemeinde Hohenfurch, zu dem sich, Stand jetzt, 30 Vereine, fünf Trommlerzüge, 17 Musikkapellen und sieben Festwägen mit insgesamt circa 2700 Teilnehmern angemeldet haben. Den Festausklang ab 18 Uhr bestreitet die Kapelle „BlechPfiff“.
Dass es mittlerweile nicht mehr selbstverständlich ist, dass ein Gauverband jedes Jahr ein Gaufest ausrichtet, machte Franz Multerer klar: „Heuer gibt es in den 22 bayerischen Verbänden nur elf Gaufeste.“ Umso mehr freuten sich die Delegierten bei der Versammlung, dass die Feste im Lechgau bis 2029 gesichert sind. Denn nach Hohenpeißenberg (2027) und Burggen (2028) hat sich für das darauffolgende Jahr der Trachtenverein „Schnalzbergler“ Böbing beworben. Und natürlich den Zuschlag der Versammlung erhalten.
Noch eine Neuerung wird es beim diesjährigen Gaufest geben: Der Preis für das Festzeichen wird auf vier Euro, der Eintritt für den „Lechgau-Abend“ auf fünf Euro erhöht. Dieser Vorschlag aus der Vorständebesprechung ging ohne Diskussion beinahe einstimmig durch.
Die Trachtler des Lechgaus freuen sich jetzt auf ihr ereignisreiches Jahr, und durften sich zum Abschluss noch einmal von ihrem Vorstand Franz Multerer loben lassen: „Es ist wirklich schön, wie engagiert ihr alle seid. Das macht einen Gauvorstand stolz und dankbar.“