Absage Gauwallfahrt

Die Wallfahrt des Lechgau-Trachtenverbands auf den Hohenpeißenberg, die für den 6. September geplant war, findet nicht statt. Nach Rücksprache mit Pfarrer Robert Kröpfl und dem zuständigen Pfarrverband Peiting/Hohenpeißenberg entschied Gauvorstand Franz Multerer, die Gauwallfahrt abzusagen. Wann die Standarte von Schongau an Seestall übergeben wird, bespricht der Gauausschuss bei seinem nächsten Treffen.

 

Festgottesdienst in Hohenfurch

Etwas kleiner als ursprünglich geplant, aber dafür umso intensiver im Gefühl: Mit einem feierlichen Gottesdienst im Talhof der Familie Nuscheler beging der Trachtenverein Schwalbenstoaner Hohenfurch sein 100. Jubiläum. Eigentlich wäre an diesem Tag, an dieser Stelle der große Festgottesdienst zum 97. Lechgau-Trachtenfest abgehalten worden. Doch auch im kleineren Rahmen wurde allen Anwesenden ganz festlich zumute, wich dem Gefühl des Bedauerns.

„Es ist schön, nach so langer Zeit wieder Trachten zu sehen und selbst zu tragen“, hörte man in vielen Gesprächen. Und auch Pfarrer Sebastian Schmid gefiel es: „Als gebürtiger Ost-Berliner hätte ich mir nicht vorstellen können, einmal hier in Oberbayern vor lauter Trachtlern einen Festgottesdienst abzuhalten“, meinte er mit einem Augenzwinkern. Dass sich der Pfarrer, auch wenn er selbst keine Lederhose tragen möchte, schon sehr gut ins bayerische Lebensgefühl eingefunden hat, bewies er bei seiner sehr guten, nachdenklichen, aber auch humorvollen Predigt. Zur feierlichen Stimmung trug auch die wunderbare musikalische Gestaltung durch den „Schönach-Dreigsang“ und die „Stoaröserl Musik“ bei.

Noch bevor sich Vorstand Franz Linder bei allen Beteiligten bedanken konnte, ergriff Bürgermeister Guntram Vogelsgesang das Wort. „Beim geplanten Festakt im Mai wolltest du, lieber Franz, viele verdiente Trachtler ehren. Nur eine Ehrung hattest du wohl nicht auf dem Schirm: Deine eigene!“, wandte sich Vogelsgesang an den völlig überraschten Vorstand. Einstimmig hatte der Gemeinderat beschlossen, Linder für sein „verdienstvolles Wirken für das Wohl und das Ansehen der Gemeinde“ mit der Hohenfurcher Bürgermedaille auszuzeichnen. Denn Linder stehe nicht „nur“ seit 26 Jahren den Schwalbenstoanern vor, er war zudem Vorplattler, Landjugend-Vorstand, Vize bei der Liedertafel und bei allem Organisatorischen in seinem Heimatdorf immer an vorderster Front. Sichtlich gerührt nahm Franz Linder Medaille und Urkunde entgegen. Ein schöner, und verdienter Abschluss eines Gottesdienstes, der so viel mehr war.

Dies betonte auch Gauvorstand Franz Multerer in seiner Ansprache: „Ich gebe zu, dass der Lockdown zuerst sogar ein bisschen Erleichterung war. Und dann fragt man sich unwillkürlich: Braucht es das alles eigentlich?“ Doch dann habe er, zum ersten Mal in diesem Jahr, am Morgen seine Tracht angezogen und ihm wurde klar: „Ja, das braucht es alles ganz dringend. Die Gemeinschaft, die Gesellschaft, die Traditionspflege. Das ist es alles zu hundert Prozent wert.“

 
 

Erstes Treffen im Gau seit Corona

Lange haben sich die Ausschussmitglieder des Lechgaus nicht getroffen. Einerseits, weil man nicht durfte, und andererseits, weil mit dem Lockdown auch wenig zu besprechen war, da alle Veranstaltungen abgesagt werden mussten. Mit den neuen Lockerungen war nun nicht nur eine Ausschusssitzung möglich, man sah auch vorsichtig optimistisch in die Zukunft.

„Eigentlich würden wir uns jetzt auf was anderes freuen und das planen“, bedauerte Gauvorstand Franz Multerer im Hinblick auf das abgesagte 97. Lechgau-Trachtenfest in Hohenfurch. Deshalb bat er auch zu Beginn der Sitzung vor dem Trachtenheim in Schongau alle Anwesenden zu berichten, wie es ihnen seit März in den Familien und den Vereinen ergangen war. Nur vereinzelt waren demnach Vereinsmitglieder erkrankt, die alle mittlerweile genesen sind. Die Vereinsarbeit läuft bei den meisten langsam an, vor allem die Chöre treffen sich fast alle wieder. Langweilig sei es aber niemandem gewesen, und ist es noch nicht. Auch wenn das Hauptaugenmerk und die dazugehörige Arbeit derzeit nicht auf der Trachtensache, sondern eher im Familienkreis liegt. „Meine Frau ist jetzt mein Arbeitgeber““, meinte Beisitzer Franz Linder schmunzelnd. Gerade ihn hatte die Corona-Krise besonders hart getroffen, da er „sein“ Gaufest quasi rückabwickeln musste. „Da war ich schon einmal zwei, drei Wochen beschäftigt.“

Neben dem Gaufest sind auch sämtliche Treffen der verschiedenen Fachgebiete des Gaus ins Wasser gefallen, sowie das Preisplatteln der Aktiven, die Frühjahrsversammlung und die geplante Trachtenausstellung. Und was ist mit den noch

anstehenden Terminen? „Mit der neuen Vorgabe von 200 Menschen, die sich draußen treffen dürfen, könnten wir eventuell eine Gauwallfahrt durchführen“, war Multerer vorsichtig optimistisch. Dann natürlich mit begrenzter Teilnehmerzahl, einem Feldgottesdienst und nur bei schönem Wetter. Bis Anfang August lassen sich die Verantwortlichen noch Zeit, um zu entscheiden. „Bis dahin passiert vielleicht noch was“, hofft Multerer auf weitere Lockerungen.

Definitiv nicht stattfinden kann das Jugend-Preisplatteln im Oktober dieses Jahres in Schongau. Und auch die festliche Messe mit anschließendem Frühschoppen in Rottenbuch Ende September, und das Treffen der Vorplattler sei unter der geltenden Regelung nicht vorstellbar. Unsicher ist zudem das Adventssingen in Epfach im Dezember. „Da müssen wir abwarten. Manches ist vielleicht auch kurzfristig durchführbar.“

Die Vereine und der Lechgau selbst planen also derzeit keine konkrete Veranstaltung. Alle Vereine? Nein. In Seestall wird nach wie vor das große Lechgau-Trachtenfest im nächsten Jahr vorbereitet. „Wir fahren zweigleisig und haben verschiedene Gedankenspiele durchexerziert“, verriet „D´Lechtaler“-Vorstand Sebastian Welz. Demnach könnte sich der Verein vorstellen, den Festsonntag mit kleinerer Teilnehmerzahl durchzuführen. Zudem habe man auch die eventuell zu dieser Zeit stattfindende, verschobene Europameisterschaft im Blick. Doch das ist alles Zukunftsmusik. Und dennoch ist es schön, wenn man sich wieder auf etwas freuen kann.

 
 

Liebe Trachtlerinnen und Trachtler!

Aufgrund des Beschlusses der Bayerischen Staatsregierung, dass alle Großveranstaltungen bis zum 31. August 2020 untersagt sind, muss auch unser Verband alle Gauveranstaltungen bis Ende August absagen.

Dies betrifft leider auch unser 97. Gaufest in Hohenfurch!

Unser Trachtensommer wird leider daher deutlich ruhiger als geplant und gewohnt ausfallen müssen.

Wenn sich an den bisherigen Beschlüssen nichts mehr ändert wird die nächste Gauveranstaltung unsere Gauwallfahrt auf den Hohen Peißenberg sein.

 

Mir gfrein uns jetzt scho auf die nächste Veranstaltung mit euch!

 

Bis dahin bleibts gsund und bis bald!

 

Euer Lechgau Trachtenverband

 
 

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