96. Lechgaufest in Schongau

Vier Tage lang war Schongau fest in der Hand der Trachtler, die das 96. Lechgau-Trachtenfest feierten. Mit einem wunderbaren Eröffnungsabend begann das Gaufest. Über 800 Gäste fanden den Weg ins Festzelt an der Lechuferstraße, und erlebten mit dem Trachtenverein Schloßbergler Schongau viele Stunden echtes, gelebtes bayerisches Brauchtum. Zum traditionellen Boarischen Tanz spielten die „Brauhaus Musikanten“ und die „Schwindlig Blos“ abwechselnd schneidig auf, und die Goaßler aus Steingaden sorgten für beste Unterhaltung.

Offiziell wurde das Lechgau-Trachtenfest am Samstagabend mit einem großartigen Standkonzert auf dem Marienplatz eröffnet. Laut hallte es innerhalb der Stadtmauern, als die Stadtkapelle Schongau, die Musikkapelle und der Trommlerzug aus Rottenbuch mit den Trachtlern in Schongaus guter Stube einzogen. Zusammen mit zahlreichen Gästen ging es danach ins Festzelt zum traditionellen Heimatabend, bei dem die Vereine des Lechgaus zeigten, was für schneidige Plattlergruppen sie haben. Den Auftakt machten natürlich die Schloßbergler, die alles aufboten, was der Verein zu bieten hat: Zum wunderbaren „Vindobona-Marsch“ der Stadtkapelle Schongau, gesanglich unterstützt vom Schloßbergler Männerchor, zeigten die Jugend und die Aktiven der Plattlergruppe einen einzigartigen Auftanz, der die Gäste begeisterte, wie der lang anhaltende Applaus bewies. Auch die Gruppen der Lechgau-Vereine hatten sich alle mächtig ins Zeug gelegt und boten eine großartige Vielfalt an Tänzen und Plattlern, von der „Miesbacher Mühle“ und dem Gamssprung bis hin zum Radtanz und dem „Lechgauer“ der Gaugruppe. Mit dem beeindruckenden Kronentanz mit 16 Paaren der Schloßbergler endete der offizielle Teil des Abends.

Der Höhepunkt eines jeden Gaufests ist der Festsonntag. Bei allerbestem Gaufest-Wetter begann der große Tag mit einem festlichen Gottesdienst auf dem Marienplatz. Beeindruckend vor dieser Kulisse mit dem wunderschön geschmückten Altar. Der große Festzug, mit 41 Trachtenvereinen, 21 Musikkapellen, sieben Trommlerzügen und 13 liebevoll geschmückten Festwägen, lockte zahlreiche Besucher an und bot ein wirklich gigantisches Bild.

Mit einem fulminanten „Gaufestmontag“ endete das 96. Lechgau-Trachtenfest in Schongau.

Über 2000 Besucher aus nah und fern kamen in den Abendstunden ins Festzelt an der Lechuferstraße, angezogen von dem super zusammengestellten Programm mit der grandiosen „Kapelle So&So“, einem Trachtenmarkt mit über 30 hochwertigen Ausstellern und feinem Kesselfleisch.

Eineinhalb Wochen lang hat wirklich jeder Schloßbergler mit angepackt, Jung und Alt, Aktive und Passive und die Eltern der Plattlerjugend. „Ich kann es gar nicht in Worte fassen, wie dankbar ich allen bin, die dazu beigetragen haben, dass wir vier Tage lang ein so großartiges Trachtenfest feiern konnten“, strahlte Vorstand Markus Wölfle. „Die Stimmung war immer spitze, alle waren gut drauf, das Wetter hat gepasst, jeder Tag war ein Höhepunkt für sich. Es war einfach perfekt.“

 
 

Gaujugendtag der Lechgaujugend

Die Tradition im Lechgau lebt. Der beste Beweis dafür ist jedes Jahr wieder der Gaujugendtag, der heuer in der Auerberghalle abgehalten wurde.

Bereits zum 51. Mal trafen sich dort die Kinder und Jugendlichen der Lechgau-Vereine und zeigten die verschiedensten Volkstänze. Sternpolka, Kreuzpolka, mit und ohne Plattler, aber auch seltene Tänze wie der Bandltanz und der Bankler wurde vom Trachtler-Nachwuchs auf die Bühne gebracht. Immer unter dem großen Applaus der vielen Zuschauer. „Was gibt es Schöneres, als junge Menschen für die Trachtensache begeistern zu können“, freute sich Gauvorstand Franz Multerer über die starken Jugendgruppen. Und: „Viele von jenen, die vor etlichen Jahren selbst auf der Bühne standen, sind heute im Publikum. Aber auch ganz viele, die bis jetzt noch nichts mit der Trachtensache zu tun hatten, und dennoch ihre Kinder zu uns bringen. Des gfreit mi narrisch, dass ihr uns vertraut, und ich versichere euch, dass sie bei uns gut aufgehoben sind.“

Ausrichter des 51. Gaujugendtags war der Trachtenverein „König Ludwig II“ aus Burggen, der dafür sorgte, dass auch abseits der Bühne viel geboten war. Mit lustigen Spielen, einem reichhaltigen Kuchenbuffet und zünftiger Musik von der Kanapee-Musi aus Hohenpeißenberg wurde dieser Tag zu einem rundum Wohlfühlpaket, bei der die jungen Trachtler jede Menge Spaß hatten, und sich besser kennenlernen konnten. Ganz im Sinne der guten, bayerischen Tradition.

 
 

Gausingen in Stoffen

Im Lechgau ist die Volksmusik daheim. Das stellten 13 Gruppen aus acht Vereinen beim Gausingen und –musizieren in Stoffen-Lengenfeld eindrucksvoll unter Beweis. Ein schöner Abend für alle, die echte, traditionelle Volksmusik lieben.

„Wo gibt´s denn sowas?“, fragte Volksmusikwartin Brigitte Strunz die knapp 200 Besucher und Musikanten in der Mehrzweckhalle. „So eine riesige Palette an allem, was Volksmusik zu bieten hat, mit ganz jungen Musikanten und vielen Felsen.“ Zweieinhalb Stunden durften sich die Besucher an den vielfältigen Darbietungen der Gruppen erfreuen, und kamen dabei voll auf ihre Kosten, denn es war wirklich für jeden Geschmack etwas dabei. Wunderbar ruhige Saitenmusik brachten die Hausmusik Auer, die Zithermusi aus Böbing, die Goldstein-Musi aus Peiting und, mit Querflötenunterstützung, die Würflmusi aus Reichling zu Gehör.

Richtig schneidige Blasmusik gab es von den Dorfmusikanten aus Burggen, den jungen Hollbuaba aus Stoffen, den Weisenbläsern aus Epfach und natürlich der Lechgaukapelle.

Den starken gesanglichen Part übernahmen die beiden Männerchöre aus Schongau und Peiting mit ihren eindrucksvollen Stimmen, sowie der Männerviergsang aus Peiting, der an diesem Abend allerdings krankheitsbedingt nur zu Dritt angetreten war. Ein ganz besonderes Schmankerl hatte der Schönach-Dreigsang aus Hohenfurch im Gepäck: Begleitet an Ziach und Gitarre gaben sie eigens auf den Lechgau gedichtete Gstanzl zum Besten, die den Gästen die Lachtränen in die Augen trieben und für tosenden Applaus sorgten. Ebenfalls einen Angriff auf die Lachmuskeln startete Maria Schweiger aus Epfach, die „Institution in der Mundartdichtung“, wie sie trefflich von Strunz vorgestellt wurde, mit ihren lustigen Geschichten und Gedichten.

Mit den Alphornbläsern aus Thaining endete der offizielle Teil des Gausingens und -musizierens. Doch heimgehen wollten die meisten Besucher nach diesem traditionell schönen und unterhaltsamen Abend noch lange nicht. Musikalisch umrahmt von der Lechgaukapelle wurde noch lange zusammen geratscht und gelacht. Wer nicht dabei war, hat wirklich was verpasst.

 
 

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