Besprechung der Volksmusikwarte im Lechgau

Kinder und Jugendliche für die bayerische Tradition zu begeistern: Das ist eine der Hauptaufgaben der Trachtenvereine des Lechgaus. Bei den Plattlergruppen funktioniert das seit vielen Jahren hervorragend. Doch das ist nur eine Säule des gelebten Brauchtums. Die Volksmusik zählt ebenso dazu. Und hier gibt es durchaus Luft nach oben.

Bei der diesjährigen Besprechung der Volksmusikwarte des Lechgaus in Epfach wurde dieses Problem angesprochen. „Bei den Bläsern haben wir keine Nachwuchssorgen“, fassten Brigitte Strunz und Marianne Baab, Volksmusikwartinnen des Lechgaus, zusammen. Doch: „In vielen Vereinen gibt es keine Kinder mehr, die ein klassisches Volksmusikinstrument wie Harfe, Zither oder Hackbrett spielen.“ Wie hier künftig die Nachwuchsgewinnung aussehen könnte, das haben die Verantwortlichen der jeweiligen Vereine als „Hausaufgabe“ aus der Besprechung mitbekommen.

Dass diese Aufgabe nicht unmöglich zu lösen ist, zeigt ein positiver Trend beim Gesang: In fünf Vereinen gibt es mittlerweile Singkinder, die mit Begeisterung bayerisches Liedgut lernen. Eine schöne Bereicherung für die Veranstaltungen der jeweiligen Vereine.

Auch auf Gau-Ebene gibt es wunderbare Volksmusik-Veranstaltungen, die den Kindern und Jugendlichen zeigen, wo der Weg hinführen könnte. Die nächste ist das Adventsingen in Rottenbuch am 8. Dezember. „Nehmt eure Kinder mit zu diesen musikalischen Treffen, damit sie ein Gespür für echte Volksmusik bekommen“, ermutigt Brigitte Strunz. Damit auch die traditionelle Volksmusik fest auf allen Säulen steht.

 

Gauwallfahrt auf den Hohen Peißenberg

Ein eindrucksvolles Bild boten die zahlreichen Trachtler des Lechgaus bei ihrer traditionellen Wallfahrt auf den Hohenpeißenberg. Sie hatten sich, wie jedes Jahr, auf den Weg gemacht, den Rosenkranz betend die Wallfahrtskirche Maria Himmelfhart auf dem Bayerischen Rigi zu erreichen. Um dort gemeinsam einen feierlichen Gottesdienst zu feiern, der eine Überraschung bereithielt.Demut, Dankbarkeit und Bodenständigkeit standen im Mittelpunkt der Messfeier, die von Peitings Pfarrer und Hausherren der Kirche, Robert Kröpfl, und seinem Amtsbruder Josef Fegg aus Rottenbuch zelebriert wurde. „Unser Land is gsegnet vom Herrn, niemals derfdes vergessn wern.“ Eine gereimte Predigt im Dialekt? Rottenbuchs Pfarrer Josef Fegg wagte das Experiment- und es gelang großartig. Metrisch gekonnt, regte aber vor allem derInhalt zum Nachdenken an. Und an manchen Stellen zum Lachen. Die Aufmerksamkeit eines Jeden in der voll besetztenWallfahrtskirche war ihm jedenfalls gewiss. Für diese wunderbare Predigt gab es sogar anschließenden Applaus –auch eher ungewöhnlich bei einem Gottesdienst.Im Anschluss wurde traditionell die Gaustandarte übergeben, diezu besonderen Anlässen getragen wird. Die Illachtaler Rottenbuch, die auch die Messe sehr schön musikalisch gestaltet und vorbereitet hatten, überreichten sie an den Trachtenverein Schloßbergler Schongau. Den ersten Einsatz hat die neue Fahnenabordnung bereits am kommenden Wochenende beim Huosigaufest in Geltendorf.

 
 

Jugendbildungsmaßnahme in der Langau

Die Trachtler-Jugend im Lechgau gibt nicht nur bei den Festzügen ein wunderbares Bild ab, sie sind auch ein ganz netter und lustiger Haufen. Das bewiesen sie einmal mehr bei der diesjährigen „Jugendbildungsmaßnahme“ in der Langau. So sperrig der Begriff vielleicht daherkommen mag, so locker und griabig ist die Veranstaltung. Sechs Tage lang hatten 32 Jugendliche aus dem gesamten Lechgau eine Mordsgaudi – aber sie lernten auch viel in dieser Zeit.

Die neun Betreuer hatten ein spannendes, lustiges und auch anspruchsvolles Programm zusammengestellt. So kamen die Jugendlichen zwischen 13 und 17 Jahren nicht nur in den Genuss einer Verkehrserziehung, sie besichtigten auch ein Sägewerk und einen Blockhaus-Betrieb. Zudem wurden sie in die Geheimnisse des Rosenkranzes eingeweiht bei einer kurzen Fußwallfahrt zur angrenzenden Wieskirche. Aufgelockert wurde das Programm durch viele Spiele und Quizze, eine Floßfahrt auf dem Lech, eine Radtour und gemeinsame Abende am Lagerfeuer, an denen natürlich auch Volkslieder gesungen wurden. Gelebte Tradition!

 

96. Lechgaufest in Schongau

Vier Tage lang war Schongau fest in der Hand der Trachtler, die das 96. Lechgau-Trachtenfest feierten. Mit einem wunderbaren Eröffnungsabend begann das Gaufest. Über 800 Gäste fanden den Weg ins Festzelt an der Lechuferstraße, und erlebten mit dem Trachtenverein Schloßbergler Schongau viele Stunden echtes, gelebtes bayerisches Brauchtum. Zum traditionellen Boarischen Tanz spielten die „Brauhaus Musikanten“ und die „Schwindlig Blos“ abwechselnd schneidig auf, und die Goaßler aus Steingaden sorgten für beste Unterhaltung.

Offiziell wurde das Lechgau-Trachtenfest am Samstagabend mit einem großartigen Standkonzert auf dem Marienplatz eröffnet. Laut hallte es innerhalb der Stadtmauern, als die Stadtkapelle Schongau, die Musikkapelle und der Trommlerzug aus Rottenbuch mit den Trachtlern in Schongaus guter Stube einzogen. Zusammen mit zahlreichen Gästen ging es danach ins Festzelt zum traditionellen Heimatabend, bei dem die Vereine des Lechgaus zeigten, was für schneidige Plattlergruppen sie haben. Den Auftakt machten natürlich die Schloßbergler, die alles aufboten, was der Verein zu bieten hat: Zum wunderbaren „Vindobona-Marsch“ der Stadtkapelle Schongau, gesanglich unterstützt vom Schloßbergler Männerchor, zeigten die Jugend und die Aktiven der Plattlergruppe einen einzigartigen Auftanz, der die Gäste begeisterte, wie der lang anhaltende Applaus bewies. Auch die Gruppen der Lechgau-Vereine hatten sich alle mächtig ins Zeug gelegt und boten eine großartige Vielfalt an Tänzen und Plattlern, von der „Miesbacher Mühle“ und dem Gamssprung bis hin zum Radtanz und dem „Lechgauer“ der Gaugruppe. Mit dem beeindruckenden Kronentanz mit 16 Paaren der Schloßbergler endete der offizielle Teil des Abends.

Der Höhepunkt eines jeden Gaufests ist der Festsonntag. Bei allerbestem Gaufest-Wetter begann der große Tag mit einem festlichen Gottesdienst auf dem Marienplatz. Beeindruckend vor dieser Kulisse mit dem wunderschön geschmückten Altar. Der große Festzug, mit 41 Trachtenvereinen, 21 Musikkapellen, sieben Trommlerzügen und 13 liebevoll geschmückten Festwägen, lockte zahlreiche Besucher an und bot ein wirklich gigantisches Bild.

Mit einem fulminanten „Gaufestmontag“ endete das 96. Lechgau-Trachtenfest in Schongau.

Über 2000 Besucher aus nah und fern kamen in den Abendstunden ins Festzelt an der Lechuferstraße, angezogen von dem super zusammengestellten Programm mit der grandiosen „Kapelle So&So“, einem Trachtenmarkt mit über 30 hochwertigen Ausstellern und feinem Kesselfleisch.

Eineinhalb Wochen lang hat wirklich jeder Schloßbergler mit angepackt, Jung und Alt, Aktive und Passive und die Eltern der Plattlerjugend. „Ich kann es gar nicht in Worte fassen, wie dankbar ich allen bin, die dazu beigetragen haben, dass wir vier Tage lang ein so großartiges Trachtenfest feiern konnten“, strahlte Vorstand Markus Wölfle. „Die Stimmung war immer spitze, alle waren gut drauf, das Wetter hat gepasst, jeder Tag war ein Höhepunkt für sich. Es war einfach perfekt.“

 
 

Gaujugendtag der Lechgaujugend

Die Tradition im Lechgau lebt. Der beste Beweis dafür ist jedes Jahr wieder der Gaujugendtag, der heuer in der Auerberghalle abgehalten wurde.

Bereits zum 51. Mal trafen sich dort die Kinder und Jugendlichen der Lechgau-Vereine und zeigten die verschiedensten Volkstänze. Sternpolka, Kreuzpolka, mit und ohne Plattler, aber auch seltene Tänze wie der Bandltanz und der Bankler wurde vom Trachtler-Nachwuchs auf die Bühne gebracht. Immer unter dem großen Applaus der vielen Zuschauer. „Was gibt es Schöneres, als junge Menschen für die Trachtensache begeistern zu können“, freute sich Gauvorstand Franz Multerer über die starken Jugendgruppen. Und: „Viele von jenen, die vor etlichen Jahren selbst auf der Bühne standen, sind heute im Publikum. Aber auch ganz viele, die bis jetzt noch nichts mit der Trachtensache zu tun hatten, und dennoch ihre Kinder zu uns bringen. Des gfreit mi narrisch, dass ihr uns vertraut, und ich versichere euch, dass sie bei uns gut aufgehoben sind.“

Ausrichter des 51. Gaujugendtags war der Trachtenverein „König Ludwig II“ aus Burggen, der dafür sorgte, dass auch abseits der Bühne viel geboten war. Mit lustigen Spielen, einem reichhaltigen Kuchenbuffet und zünftiger Musik von der Kanapee-Musi aus Hohenpeißenberg wurde dieser Tag zu einem rundum Wohlfühlpaket, bei der die jungen Trachtler jede Menge Spaß hatten, und sich besser kennenlernen konnten. Ganz im Sinne der guten, bayerischen Tradition.

 
 
 

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