Jugendleiterschulung im Lechgau

Was sind die Aufgaben eines Jugendleiters? Was muss er rechtlich beachten, wie kann er seine Kinder und Jugendlichen motivieren? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Grundschulung der Jugendleiter des Lechgaus in Steingaden.

Als Unterstützung hatten sich die Ausrichter die Referentin der Bayerischen Trachtenjugend, Stephanie Perfler aus dem Inngau ins Boot geholt. An drei Tagen erklärte sie den 26 Teilnehmern, die größtenteils gerade selbst erst der Jugendgruppe ihrer jeweiligen Vereine entwachsen sind, auf was es bei ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit ankommt. Als Grundvoraussetzung sei hierbei ein gewisses Organisationstalent genauso wichtig, wie die Freude, mit Kindern zu arbeiten. „Denn eine gute Jugendarbeit Jugendarbeit ist die Wurzel eines jeden Vereins. Ohne sie gibt es auch irgendwann keine Trachtenvereine mehr“, stellte Perfler die Wichtigkeit dieser Aufgabe heraus.

Doch was können die Jugendleiter neben gut organisierten Plattlerproben den Kinder noch bieten, um das Gemeinschaftsgefühl zu stärken und Spaß an der Trachtensache zu wecken? In Arbeitskreisen wurden hierzu tolle Ideen entwickelt, die von gemeinsamen mehrtägigen Ausflügen, Überraschungen bei den Plattlerproben, einem Ferienprogramm mit Basteln oder Goaßl-Crashkurs, bis hin zu regelmäßigen Besuchen an Ganztagesschulen reichten. Neben vielfältigen Aktionen für die Kleinen dürfe man aber auch die Eltern nicht aus dem Blick verlieren. Mit ihnen müsse man zusammenarbeiten, sie bestenfalls in die Vereinsarbeit einbinden, und  vor allem immer den persönlichen Kontakt wahren.

Um all das in die Tat umsetzen und durchführen zu können, stellte Perfler auch verschiedene Förder- und Unterstützungsangebote vor. Und sollten doch einmal Fragen und Probleme auftauchen, gibt es kompetente Stellen, an die sich die Jugendleiter wenden können – beispielsweise an die zuständigen Gau-Jugendleiter oder an Armin Schmid, den Landesjugendvorstand.

Mit ganz vielen Ideen und Handwerkszeug im Gepäck nahmen die jungen Jugendleiter nach dem Kurs wieder ihre Arbeit in den Vereinen auf. Eine der wichtigsten in jedem Vereinsleben.

 
 

Tagung der bayerischen Trachtenjugend im Lechgau

Wie gewinnt man Kinder für die Trachtensache, und was kann man den Nachwuchs-Trachtlern als besondere Schmakerl zusätzlich bieten? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des jährlichen Treffens aller Gau-Jugendleiter des Bayerischen Trachtenverbands, die heuer in Steingaden zusammenkamen.

Zwei Tage lang rauchten die Köpfe der rund 60 Teilnehmer aus 22 Gauverbänden. Doch der Gedankenaustausch hat sich gelohnt! Am Ende des Treffens standen richtig gute Ideen und innovative Ergebnisse. So möchte man beispielsweise künftig noch mehr Werbung für die Angebote im Trachtenkulturzentrum Holzhausen machen, denn auch nach vier Jahren werden diese zu wenig genutzt. Derweil stellen die Verantwortlichen Jahr für Jahr ein abwechslungsreiches und interessantes Programm zusammen, von Bayerischen Tänzen bis hin zu handwerklichen Kursen wie Schnitzen oder Nähen. Eine Idee der Tagung war, einen Mundart-Wettbewerb in den Schulen zu starten, und den Gewinner-Klassen eine Übernachtung in Holzhausen als Hauptpreis in Aussicht zu stellen. Die Schulen möchte man auch anderweitig ins Boot holen, beispielsweise mit erweiterten Angeboten beim Heimat- und Sachkundeunterricht, die sich mit den Themen Brauchtum und Tradition befassen.

Auch die Kleinsten wurden beim Treffen der Jugendleiter nicht vergessen: So planen die verschiedenen Gaue jeweils individuell ein Mini-Buch zu entwerfen, das schon den Kindergartenkindern die Trachtensache näher bringen soll.

Und noch etwas Neues wird es bald geben: Ein eigenes Logo der Bayerischen Trachtenjugend! Das Emblem mit einem Trachtlerpaar wurde von einer Studentin im Zuge ihrer Bachelorarbeit entworfen, und soll ab 2020 auf allen Schreibunterlagen des Bayerischen Trachtenverbands abgedruckt werden.

Doch natürlich wurde an den zwei Tagen in Steingaden nicht nur gearbeitet. Die Jugendleiter des Lechgaus, Georg Multerer und Johanna Rieder, hatten ein schönes Rahmenprogramm zusammengestellt: Samstagabend ging es nach einem festlichen Gottesdienst in der berühmten Wieskirche zum griabigen Brotzeiten und ratschen in die Schönegger Käse-Alm. Und zum Abschluss saß man noch einmal zum gemeinsamen Essen im Karl-Eberth-Haus zusammen. Denn auch das ist ein Eckpfeiler der Trachtensache: Gemeinsam eine schöne Zeit zu haben, über die Gaugrenzen hinweg.

 
 

maskierter Jugendvolkstanz des Lechgaus

Da könnte sich manch erwachsene Maschkerer eine Scheibe abschneiden: Beim Maskierten Jugendvolkstanz des Lechgaus war die Tanzfläche immer voll. Da gab es kein fremdeln, wenn Polkas, Walzer oder Boarische von der kleinen Besetzung der Peitinger Trachten- und Knappschaftskapelle gespielt wurden, da wurde einfach getanzt was das Zeug hielt.

Knapp 200 Jugendliche aus dem gesamten Lechgau waren in Apfeldorf zusammengekommen, um einmal außerhalb der Trachten-Saison zusammen zu ratschen und zu feiern. Dirndl und Lederhose wurden gegen phantasievolle Kostüme getauscht, und so bevölkerten Rehe, Wilderer, Schlafmützen, Spielkarten, Bauarbeiter und Sportler den Saal - und vor allem die Tanzfläche. Diese wurde lediglich kurz geräumt, wenn eine der zahlreichen Einlagen angesagt war, wie beim Hohenfurcher Prinzenpaar, das einen Teil ihres Elferrats und vor allem die Minigarde im Gepäck hatte. Auch für den Auftritt der Mädelsgarde aus Apfeldorf machten die begeisterten Tänzer gerne Platz.

Auf die Lachmuskeln gab es von der Jugendgruppe der Epfacher, die in bester Feuerwehrkapellen-Manier auftraten, von der Apfeldorfer Jugend, die als Zwerge plattelten, und den jungen Gästen aus Steingaden, die den „Super Perforator“ aus dem „Schuh des Manitu“ auf die Bühne brachten. Die aktuellen Baustellen und Brückensperrungen hatten die jungen Plattler aus Reichling bei ihrer Einlage im Visier, inklusive einer modernen Version des Holzhackers. Zwischen den Einlagen und danach war wieder ganz viel Zeit, um das Tanzbein zu schwingen, entweder traditionell oder zur Stimmungsmusik der Peitinger – der Trachtenjugend ist das egal, denn sie können und wollen tanzen, und haben einfach Spaß dabei.

 

Vorständebesprechung in Schongau

Noch herrscht Ruhe in den 19 Vereinen des Lechgaus, doch schon bald geht es wieder rund. Genau die richtige Zeit, um sich auszutauschen, Vergangenes Revue passieren zu lassen und neue Ideen zu diskutieren. Dazu trafen sich bereits zum sechsten Mal die Vorstände der Trachtenvereine – heuer in Schongau im Trachtenheim auf dem Helgoland.

Im Mittelpunkt des Treffens standen die großen Gaufeste: Das im letzten Jahr in Peiting, und das in diesem Jahr in Schongau. Deshalb hatte der ehemalige Vorstand der „Alpenrose“ Peiting, Franz Thiel, auch das erste Wort. Ganz offen berichtete er davon, was gut gelaufen war, und wo er Verbesserungsbedarf sieht. Eine gute Grundlage und wertvolle Anregung für alle, die demnächst den Höhepunkt des Lechgau-Kalenders ausrichten, wie heuer Schongau und im nächsten Jahr Hohenfurch. Die eine oder andere Erfahrung wird demnach sicherlich auch in die Fest-Vorbereitungen des Trachtenvereins Schloßbergler Schongau einfließen, wie Vorstand Markus Wölfle betonte. Dieser stellte das Programm für das diesjährige Lechgau-Trachtenfest vor, das erstmals auch einen „Gaufestmontag“ beinhalten wird.

Auch Gauvorstand Franz Multerer nutzte die Chance, beinahe alle Vereinsvorstände an einem Tisch zu haben, um sich Meinungen zu verschiedenen Themen einzuholen. Eine wirklich gute Plattform, einmal im Jahr ganz ungezwungen und ehrlich zu diskutieren, Erfahrungen und Meinungen auszutauschen, um auch im neuen Jahr an einem Strang zu ziehen.

 
 

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