Frühjahrsvorplattlerprob in Rottenbuch

Ein ungewöhnlicher Termin steht bei allen Plattlern des Lechgaus heuer im Terminkalender. Diesen erläuterte Gau-Vorplattler Florian Schamper bei der diesjährigen Frühjahrs-Vorplattlerprobe in Rottenbuch.

Die Plattler wollen ins Guinessbuch der Rekorde. Und zwar am 30. Mai in Antdorf im Rahmen der Antdorfer Festwoche. Das hat sich der dortige Trachtenverein „Waxnstoaner“ ausgedacht, denn den derzeitigen Rekord halten Österreicher! Und der liegt bei 1296 Burschen, die fünf Minuten geplatteln haben. „Da können wir vom Lechgau doch die Antdorfer unterstützen“, wirbt Schamper für die Veranstaltung. Denn genug schneidige Plattler gibt es definitiv im Lechgau, und auch die Ambosspolka dürfte kein Problem sein. Die Voraussetzungen sind: Vereinstypische Tracht und man muss einigermaßen platteln können (keine Altersgrenze), denn ein Aussetzer würde den Rekord gefährden. Also keine Spaß-Teilnehmer.

Doch die findet man im Lechgau sowieso nicht, denn dort gibt es in allen Vereinen gute Plattler und Dreherinnen. Und dass dies auch die nächsten Jahre so bleibt, wird viel in die Jugendarbeit und die Platterproben investiert. Die Ergebnisse kann man beim beispielsweise am Sonntag, 5. Mai, in der Peitinger Schloßberghalle sehen, denn da treten ab 9 Uhr die Aktiven der Lechgau-Vereine zum jährlichen Preisplatteln an. Zuschauer sind herzlich willkommen.

 

Passionssingen in Rott

Innehalten, nachdenken, erkennen und genießen. Das Passionssingen des Lechgaus in der Kirche „Heilige Familie“ in Rott verdient das Prädikat: Außergewöhnlich schön.

Nach vielen Jahren gab es wieder ein Konzert in der Passionszeit im Lechgau. Und wie die Veranstalter des Trachtenvereins „D´Rottbachtaler“ Rott, und vor allem die beteiligten Musik- und Gesangsgruppen das einstündige Programm bestückten, war einfach nur wunderbar. Und das, obwohl das traditionelle Liedgut, das zur österlichen Bußzeit passt, bekanntlich keine leichte Kost ist. „Die Lieder beschreiben die Grausamkeit des Leidens und Sterbens Jesu“, führte Georg Seidenspinner die Zuhörer in der voll besetzten Kirche an das heran, was nun dargeboten werden würde. Doch sollte das Passionssingen nicht deprimieren, oder gar traurig machen: Nein. Seidenspinner verstand es, mit seinen Texten eines Gottessuchenden im fiktiven Dialog mit Jesus, das Leiden der Passion zu einem tröstlichen Erkennen des Selbst werden zu lassen. „Gerade die Passionszeit bietet uns die Möglichkeit, über unser eigenes Leben nachzudenken, auch wenn das manchmal unangenehm ist.“ Innehalten, hinschauen, aushalten und verstehen. Das legte Seidenspinner allen ans Herz. Und im Einklang mit der wunderbar ruhigen Musik gelang das auch.

Leise und getragen, aber mit drei glasklaren Stimmen und Seidenspinner an der Zither nahm der Buchwies G´sang die Suchenden mit zum Ölberg und „Vor deinem Kreuz“. Der Böbinger Männerchor beeindruckte mit ganz starken Stimmen und einer ausgezeichneten Darbietung seiner Liedauswahl, wie „Für mich nahmst du das Kreuz“ - einer der vielen Momente, die tief unter die Haut gingen. Kongenial wurden die gesanglichen Vorträge durch instrumentale ergänzt. Das Klarinettentrio der Lechgaukapelle, begleitet von Irmi Barnsteiner an der Harfe, intonierte wunderbare andächtige Weisen. Ebenso wie die Lechreiner Musikanten, die mit zwei Zithern und Gitarre automatisch dafür sorgten, dass man ganz ruhig wurde. Auch im Herzen.

Das war ein Passionssingen, wie man es besser nicht machen kann. Ein musikalischer Hochgenuss mit ganz viel Raum für eigene Gedanken. Nachhaltig.

 
 

Frühjahrsgauversammlung in Seestall

Die neue Satzung des Lechgaus ist endlich durch: Den positiven Bescheid verkündete Gauvorstand Franz Multerer stolz bei der Gau-Frühjahrsversammlung, die heuer in Seestall abgehalten wurde. Und auch Neuigkeiten von der Landesausschussitzung in Raubling hatte Multerer im Gepäck. Hier gab es allerdings nicht nur Positives zu berichten: Große Sorgen bereitet den Trachtlern in ganz Bayern der stetige Mitgliederschwund. 41 Vereine haben sich demnach in letzter Zeit komplett aufgelöst, knapp 4000 Trachtler sind dadurch vereinslos. Im Lechgau stehe man man vergleichsweise gut da – manche Vereine wachsen sogar, andere verzeichnen zumindest keinen, oder nur einen sehr geringen Verlust an Mitgliedern.

Und damit das auch so bleibt, oder sogar noch besser wird, war und ist man im Lechgau sehr aktiv und mit Herzblut dabei. Das zeigten unter anderem die Berichte der Sachgebietsleiter. Gerade in der Jugendarbeit tut sich gerade viel (wir berichteten), wie Gau-Jugendleiter Georg Multerer noch einmal betonte. Allein das neue Logo der Bayerischen Trachtenjugend rief etwas Verwunderung unter den 114 Anwesenden hervor: Stilisiertes Trachtler-Paar oder arabische Schriftzeichen? Doch vielleicht muss man manchmal neue, unkonventionelle Wege beschreiten und dann sehen, was daraus wird. Auch in der Volksmusik wird fleißig gearbeitet, Volksmusikseminare abgehalten, jährlich drei traditionelle Singen organisiert und über neuste GEMA-Richtlinien informiert. Die Brauchtumswarte aller bayerischen Gaue haben gemeinsam eine Bibliothek über Bräuche und Traditionen erstellt, auf die auch Lehrer zugreifen können, um Brauchtum an Schulen zu fördern – ganz im Sinne des derzeitigen Trends, Dialekt in die Lehranstalten zu bringen.

Die Plattlergruppen der 19 Vereine des Lechgaus fiebern nicht nur dem Preisplatteln am 5. Mai in Peiting entgegen: Vorplattler Florian Schamper rührte auch ordentlich die Werbetrommel für den Weltrekordversuch des Trachtenvereins „D´Waxnstoaner“ Antdorf, der am 30. Mai versuchen will, den aktuellen Rekord von 1296 Burschen beim gemeinsamen Plattler zu toppen. Und natürlich steht das 96. Lechgau-Trachtenfest in Schongau ganz oben auf der Liste der Höhepunkte in diesem Jahr. Schloßbergler-Vorstand Markus Wölfle stellte das fertige Programm vor, das heuer über vier Tage geht: Vom 12. bis zum 15. Juli. Nach dem Boarischen Tanz am Freitag, dem Heimatabend am Samstag, dem Festsonntag mit Gottesdienst und großem Festzug durch die Altstadt, hängen die Schongauer einen „Gaufestmontag“ dran, mit Trachtenmarkt, Kesselfleischessen und der bekannten Kapelle So&So bei freiem Eintritt.

„Nur mit schönen und offenen Veranstaltungen können wir zeigen, was wir machen, wofür wir uns einsetzen, woran unser Herzblut hängt, und dadurch auch für uns werben“, bekräftigte Gauvorstand Franz Multerer. Damit der Weg im Lechgau weiterhin positiv beschritten wird.

 

Stillerhofseminar

Zwei Tage lang neue Leute kennenlernen, zusammen eine Mordsgaudi haben und ganz viel gemeinsam musizieren: Seit vielen Jahren ist das Volksmusikseminar des Lechgaus im Stillerhof bei Wessobrunn ein beliebter Termin bei den jungen Trachtlern. Und gelernt wird dort auch eine ganze Menge.

34 Kinder aus neun der 19 Vereine des Lechgaus reisten mit Sack und Pack und vor allem ihren Instrumenten an, um abseits des „normalen“ Musikunterrichts etwas Neues, und doch traditionelles zu wagen. 14 junge Betreuer aus dem Lechgau, dem Chiemgau und dem Oberen Lechgau übten in elf Gruppen Walzer, Landler, Märsche und auch Passionsweisen mit den Kindern ein. Und sie waren alle, von der Fünfjährigen bis zum 18-Jährigen, mit Begeisterung dabei. „Es hat ganz viel Freude gemacht mit den Kindern zu arbeiten. Das war eine total harmonische Truppe und alle waren voll motiviert“, lobte die Volksmusikwartin des Lechgaus, Brigitte Strunz, die Teilnehmer. Zusammen mit Marianne Baab hatte sie das Seminar organisiert, und auch neben den Übungseinheiten ein tolles Programm zusammengestellt. Beim gemeinsamen Singen, dem lustigen Gau-Quiz und einem griabigen Hoagart lernten sich die Kinder der verschiedenen Vereine gegenseitig kennen und hatten eine riesige Gaudi miteinander.

Beim Gottesdienst mit Diakon Hans Steinhilber durften sie dann ein erstes Mal zeigen, was sie gelernt hatten, denn natürlich gestalteten die Kinder die Messe musikalisch. Auch dies sei ein Eckpfeiler der Trachtensache, wie Steinhilber betonte: „Die Verbindung und gegenseitige Unterstützung zwischen Trachtlern und Kirche ist eine ganz wichtige“, hob er in seiner Ansprache hervor, und lobte die Kinder für ihr Engagement.

Gegen Ende des Seminars machte sich langsam, vor allem bei den kleineren Teilnehmern, Nervosität breit. Denn das traditionelle, abschließende Vorspiel stand bevor. Zahlreiche Eltern, Großeltern und Geschwister strömten in den kleinen Saal und warteten gespannt darauf, was ihre Kinder zu Gehör bringen würden: Und das war eine großartige, abwechslungsreiche Mischung aus der gesamten Palette der Volksmusik. Und wenn doch einmal ein Ton daneben ging, wurde kurz gelacht und weitergemacht – und immer stürmischer Applaus eingeheimst. Denn das macht das Seminar aus: Ohne Druck und mit begeisternder Freude lernen die kleinen Trachtler hier nicht nur ihr Instrument besser zu beherrschen. Sie lernen vor allem neue Freunde kennen, genießen die Gemeinschaft und tanken ganz viel Selbstbewusstsein.

 

Taschennähkurs für die Jugend

Schon den Kleinsten ein Gefühl für den Wert einer Tracht, und allem was dazugehört zu vermitteln: Das hat sich die neue Trachtenwartin des Lechgaus, Petra Schadt aus Reichling, auf die Fahne geschrieben. Und wie könnte das besser gelingen, als die Kinder selbst etwas mit ihren Händen erschaffen zu lassen? Dazu hat sie jetzt einen ersten Nähkurs auf die Beine gestellt – und der Erfolg gibt ihr Recht.

An zwei Nachmittagen trafen sich gut eine Handvoll Mädla, die Jüngste war gerade einmal sechs Jahre alt, um unter der Leitung von Petra Schadt wunderschöne Taschenbeutel selbst zu schneidern. „Die Kinder waren mit Feuereifer dabei, und auch mir hat das riesigen Spaß gemacht“, freut sich die Trachtenwartin über die durchweg positive Resonanz. Und die jungen Schneiderinnen präsentierten nach vier Stunden ganz stolz ihr erstes, selbstgemachtes Trachten-Accessoire, auf das sie bestimmt besonders gut aufpassen, denn Selbstgemachtes hat immer einen hohen Stellenwert. Und so sollte es auch bei der Tracht sein.

Noch zwei Kurse bietet Petra Schadt an: Am 4. und 25. Mai in Reichling. Wer Lust hat, daran teilzunehmen, kann sich bei der Trachtenwartin unter der Telefonnummer 0151-41975166 oder per E-Mail petra-schadt@_we_dont_like_spam_freenetde melden.

 

Jugendleiterschulung im Lechgau

Was sind die Aufgaben eines Jugendleiters? Was muss er rechtlich beachten, wie kann er seine Kinder und Jugendlichen motivieren? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Grundschulung der Jugendleiter des Lechgaus in Steingaden.

Als Unterstützung hatten sich die Ausrichter die Referentin der Bayerischen Trachtenjugend, Stephanie Perfler aus dem Inngau ins Boot geholt. An drei Tagen erklärte sie den 26 Teilnehmern, die größtenteils gerade selbst erst der Jugendgruppe ihrer jeweiligen Vereine entwachsen sind, auf was es bei ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit ankommt. Als Grundvoraussetzung sei hierbei ein gewisses Organisationstalent genauso wichtig, wie die Freude, mit Kindern zu arbeiten. „Denn eine gute Jugendarbeit Jugendarbeit ist die Wurzel eines jeden Vereins. Ohne sie gibt es auch irgendwann keine Trachtenvereine mehr“, stellte Perfler die Wichtigkeit dieser Aufgabe heraus.

Doch was können die Jugendleiter neben gut organisierten Plattlerproben den Kinder noch bieten, um das Gemeinschaftsgefühl zu stärken und Spaß an der Trachtensache zu wecken? In Arbeitskreisen wurden hierzu tolle Ideen entwickelt, die von gemeinsamen mehrtägigen Ausflügen, Überraschungen bei den Plattlerproben, einem Ferienprogramm mit Basteln oder Goaßl-Crashkurs, bis hin zu regelmäßigen Besuchen an Ganztagesschulen reichten. Neben vielfältigen Aktionen für die Kleinen dürfe man aber auch die Eltern nicht aus dem Blick verlieren. Mit ihnen müsse man zusammenarbeiten, sie bestenfalls in die Vereinsarbeit einbinden, und  vor allem immer den persönlichen Kontakt wahren.

Um all das in die Tat umsetzen und durchführen zu können, stellte Perfler auch verschiedene Förder- und Unterstützungsangebote vor. Und sollten doch einmal Fragen und Probleme auftauchen, gibt es kompetente Stellen, an die sich die Jugendleiter wenden können – beispielsweise an die zuständigen Gau-Jugendleiter oder an Armin Schmid, den Landesjugendvorstand.

Mit ganz vielen Ideen und Handwerkszeug im Gepäck nahmen die jungen Jugendleiter nach dem Kurs wieder ihre Arbeit in den Vereinen auf. Eine der wichtigsten in jedem Vereinsleben.

 
 
 

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