Jugendvolkstanz in Steingaden

Da musste man zweimal hinschauen: Normalerweise erkennt man die Jugendlichen des Lechgaus an ihren vereinstypischen Trachten. Doch im Fasching werden Röcke und Lederhosen gegen phantasievolle Kostüme getauscht. Beim traditionellen Maskierten Jugendvolkstanz stürmten Rocker, Wikinger, Geister, Piraten, Münchner im Himmel und sogar ein ganzes Lazarett die Tanzfläche.
Knapp 150 Jugendliche aus den Lechgau-Vereinen kamen in die toll geschmückte Turnhalle der Mittelschule in Steingaden. Denn heuer richtete der Verein „Almfrieden“ Steingaden die beliebte Veranstaltung in der fünften Jahreszeit aus. Und die Verantwortlichen hatten sich Einiges einfallen lassen. Unter dem Motto „Disney“ mussten die beiden Gau-Jugendleiter Johanna Rieder und Georg Multerer in verschiedenen Wettbewerben gegen die Steingadener Jugendgruppe antreten, wie beispielsweise einem „Aladdin“-Matratzenrennen oder einem „Susi und Strolch“-Gummi-Spaghetti-Essen. An der Bar gab es „Disney“-Cocktails, natürlich alkoholfrei, und auch die Halle war dem Thema entsprechend dekoriert. Ein Höhepunkt war auch der Auftritt der Schongauer Jugend-Garde, die mit ihrer Show begeisterten.
Doch natürlich kommen die meisten Jugendlichen aus einem Grund zu diesem Ball: Dem Tanzen. Wie begeistert der Trachtler-Nachwuchs bei der Sache ist, bewiesen nicht allein die 47 Paare, die beim traditionellen Auftanz mitmachten. Auch danach war die Tanzfläche immer voll, wenn die kleine Besetzung der Musikkapelle Steingaden, kurzerhand in „Maschgrer-Musik“ umbenannt, zünftig aufspielte. Ob Polka, Walzer oder Discofox: Die Trachtler können einfach tanzen und gemeinsam ganz viel Spaß haben.

 

Vorständebesprechung in Hohenfurch

Es ist der Höhepunkt im Kalender der Trachtler, und so war das Lechgau-Trachtenfest auch Hauptthema bei der diesjährigen Vorständebesprechung des Lechgaus. Traditionell findet das Treffen zum Jahresbeginn dort statt, wo das nächste Gaufest ausgerichtet wird. Heuer also in Hohenfurch.

Die Vorstände aller 19 Vereine des Lechgaus hatten sich im Restaurant Piroska eingefunden, um das vergangene Gaufest revuepassieren zu lassen, sich über das kommende zu informieren und Neuigkeiten von Gauvorstand Franz Multerer zu erfahren. Was war gut, was könnte man optimieren? Diese Fragen hatte sich auch Markus Wölfle gestellt, der mit seinem Trachtenverein Schloßbergler Schongau das Gaufest im letzten Jahr ausgerichtet hat. „Richtig gut kam der Gaufestmontag an, mit Trachtenmarkt und der Kapelle So&So mit rund 2000 Besuchern“, resümierte er. Doch auch die drei anderen Tage seien hervorragend gelaufen mit insgesamt rund 6500 Gästen und Besuchern. Probleme gab es mit den Parkplätzen auf dem Volksfestplatz, da sich manch Autofahrer nicht von Flatterbändern und Halteverbotsschildern beeindruckt zeigte. „Freilig ist das alles viel Arbeit, aber rückblickend kann ich sagen, dass so ein Fest einen Verein noch viel näher zusammen bringt“, lautete das Fazit Wölfles.

Franz Linder, Vorstand der Schwalbenstoaner Hohenfurch, notierte eifrig mit, denn er ist mit seinem Verein in diesem Jahr von 16. bis 19. Juli Ausrichter des Lechgau-Trachtenfests. Das Programm steht schon, und dieses stellte Linder bei der Besprechung kurz vor. Auch die Hohenfurcher werden ihr Gaufest vier Tage lang feiern, allerdings nicht mit einem drangehängten Montag, sondern mit einem vorangestellten Donnerstag. An diesem erfolgt ab 19 Uhr der Festauftakt mit Bieranstich und einem boarischen Wettstreit. Am Freitag wird zur Musik von BLECHpfiff und der Fäschtdags-Musig boarisch getanzt, und am Samstag gibt´s den traditionellen Heimatabend mit den Plattlergruppen des Lechgaus. Der Höhepunkt ist natürlich der Festsonntag mit Kirchenzug, festlichem Gottesdienst und dem großen Festzug. Das Festzelt wird im Norden der Gemeinde stehen. „Ich möchte euch heute schon bitten, dass ihr alle darauf hinweist der Beschilderung zum Zelt zu folgen, sonst wird´s problematisch“, verwies Linder auf die etwas komplizierte Verkehrslage.

Doch Linder kann auf ganz viel Unterstützung seitens aller Hohenfurcher Vereine zählen, und so wird auch dieses Gaufest der grandiose Höhepunkt im Kalender der Trachtler. Dessen ist sich auch Schirmherr Guntram Vogelsgesang sicher: „Wir werden das Fest stemmen, weil wir alle an einem Strang ziehen.“

Alle Vereine im Lechgau stemmen auch gemeinsam eine Trachtenausstellung, die im April in Thaining stattfinden wird. An zwei Tagen wird es im dortigen Rochlhaus alles zu sehen, und vor allem zu erleben geben, was den Lechgau ausmacht. Zudem richtet der Verband im Mai ein Mariensingen anlässlich des 400-jährigen Jubiläums der Wallfahrtskirche auf dem Hohenpeißenberg aus. Auch 2020 wird wieder ein ereignisreiches Jahr für die Trachtler des Lechgaus.

 

Adventssingen

Dass es in einer Kirche eher ruhig zugeht, ist nichts Neues. Wenn man aber in einem vollbesetzten Gotteshaus eine Stecknadel fallen hören würde, obwohl kein Gottesdienst stattfindet, dann muss etwas Besonderes stattfinden. Wie das traditionelle Adventssingen und -musizieren des Lechgaus.
Bis auf den letzten Platz war die Kirche Mariä Geburt in Rottenbuch besetzt, mit Gästen aus dem gesamten Lechgau. Denn das traditionelle Adventssingen steht seit jeher für hochwertigen Musikgenuss. So auch heuer wieder. Franziska Weiß, Volksmusikwartin der „Illachtaler“ Rottenbuch, hatte ganz verschiedene Musikgruppen geladen, die zusammen ein wirklich beeindruckendes Konzert gaben, passend zur staaden Zeit. Ganz leise, zarte Töne schlug das Peitinger Harfenduo an. Mit ihren sanften Stücken sorgten sie dafür, dass sich bei allen Besuchern ganz automatisch der Pulsschlag beruhigte. Auch bei jenen, die vielleicht noch schnell vom Plätzchenbacken weggesprungen sind. Das schafften auch die Sänger des Böbinger Männerchors, die mit bekannten und weniger bekannten Stücken allein durch ihre Stimmgewalt wunderbar auf das Weihnachtsfest einstimmten.
Das Klarinettenquartett der Lechgaukapelle hatte sich Unterstützung von Irmi Barnsteiner an der Harfe geholt, und zusammen verbreiteten sie mit ihren schönen Stücken eine ganz positive Grundstimmung. Besinnlich und fröhlich. Wie die Illachtaler Saitenmusik, die Vierten im Bunde, die zudem mit ihren leicht fremdländisch klingenden Arrangements noch einmal eine neue Note in das Konzert brachten. Mit Harfe, Hackbrett, Zither, Gitarre und Kontrabass vereinten sie Besinnliches mit Rhythmen, die einen beinahe mitwippen ließen.
Die Bläser der Musikkapelle Rottenbuch rundeten mit ihren Weisen, die von der Empore der Kirchen wahrlich epochal klangen, das Adventssingen musikalisch grandios ab. Doch nicht nur für das musikalische Gehör war das Konzert ausnehmend schön. Pfarrer Josef Fegg trug zwischen den Stücken Texte vor, die nachhaltig zum Nachdenken anregten. Und seine Geschichten und Gedichte, natürlich im Dialekt, erreichten vor allem das Herz der Zuhörer. Alles in allem ein Adventssingen, das das Prädikat wertvoll verdient hat.

 
 
 

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